Der Cortege der Basler Fasnacht.

Ausgelassen

Das ist Basel.

Basler Fasnacht

7. bis 9. März 2022

Die Basler Fasnacht gehört zur Identität der Stadt – sie ist Herzstück ihrer kulturellen Schaffenskraft und ermöglicht drei Tage Ausnahmezustand. Wegen ihrer Einzigartigkeit und Qualität zählt der grösste Karneval der Schweiz zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. 
Ton an: So feiert Basel die drei schönsten Tage im Jahr

Basel steht Kopf

Unsere «Frau Fasnacht» – wie die Basler*innen ihre Fasnacht liebevoll nennen – nimmt Sie mit in die Welt eines ganz anderen Karnevals. Das Spektakel lebt von einzigartigen Instrumenten, von Kreativität und Ideenreichtum und von künstlerischen Höchstleistungen. Hier werden gesellschaftspolitische Themen, Geschichten und Aktualitäten auf ganz baslerische Art transportiert: nämlich stolz, mit spitzem Humor und scharfer Zunge.

Der Startschuss fällt jeweils am Montag nach dem Aschermittwoch um Punkt 4.00 Uhr – bei totaler Finsternis. Dann verwandelt der geliebte «Morgestraich» die Innenstadt in ein Lichtermeer von handbemalten Laternen, wo Tausende verkleidete Pfeifer*innen und Trommler*innen ihre Laterne und damit ihr Sujet (Thema) musizierend begleiten – und zwar bis zum «Ändstraich» am Donnerstag früh, wiederum um Punkt 4.00 Uhr. Was dazwischen liegt, muss man erlebt haben.

Sonnenaufgang über der Mittleren Brücke nach dem Morgestraich.
Schweiz. ganz natuerlich.                         Fasnachtstreiben auf der Mittleren Rheinbruecke, Basel.Switzerland. get natural. Carnival hustle and bustle on the Middle Rhine bridge, Basle.Suisse. tout naturellement. Carnaval agitation sur le Pont Moyen du Rhin, Bale.Copyright by: Switzerland Tourism - By-Line: swiss-image.ch/Jan Geerk

Daten und Programm der Basler Fasnacht 2022

Was die Basler Fasnacht besonders einzigartig macht, ist ihre Mischung aus anarchischem Chaos und geordnetem Grossanlass. Hier erhalten Sie einen Überblick darüber, was Sie unbedingt erleben sollten. 

Die Basler Fasnacht beginnt mit dem Morgenstreich am Montag Morgen.

Morgenstreich

Die Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um 4.00 Uhr früh. Wenn von der Martinskirche der Glockenschlag ertönt, werden alle Lichter der Innenstadt gelöscht. Auf das Kommando «Morgestraich: Vorwärts, marsch!» der Tambourmajor*innen ertönen gleichzeitig aus allen Gassen und Strassen die Piccolos und Trommeln der Formationen. Sie alle stimmen die traditionelle Melodie des Morgenstreich-Marsches an, der ausschliesslich zu dieser Gelegenheit gespielt wird. In der komplett verdunkelten Stadt leuchten einzig die vielen verschiedenen Laternen, die von den Fasnächtler*innen getragen oder gezogen werden. Sie werfen ihren Schein auf die vielen Tausend Zuschauer aus aller Welt, die diesen magischen Moment miterleben möchten.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Cortège 

Am Fasnachtsmontag und -mittwoch findet am Nachmittag der grosse Umzug, der Cortège, statt. Über 11 000 aktive Fasnächtler*innen zelebrieren in Formationen unterschiedlicher Grösse ihr Sujet. Im Unterschied zum Morgenstreich nehmen alle traditionellen Formationen am Cortège teil: 

  • Wagen
  • Gugge (Blasmusik, die mit Schlag- und Rhythmusinstrumenten
    und Blechblasinstrumenten Musikstücke aus Schlager, Pop und Jazz spielt)
  • Ainzelmasgge (eine kostümierte Person, die alleine unterwegs ist)
  • grosse und kleine Cliquen (alle an der Fasnacht mitwirkenden Gruppierungen)
  • Gruppen
  • Chaisen (Kutschen)

Bei einigen Formationen ist das Sujet bereits aus einiger Distanz erkennbar – auf der grossen Laterne, die der Formation vorausgeht. Das Sujet wird aber auch durch die Larven, Kostüme und Requisiten dargestellt und ergänzt. Hinter dem Vortrab und der Laterne folgen in der Regel die Pfeifer*innen, Tambourmajor*innen und Tambour*innen. Ein Teil der grossen Wagen und Requisiten, die am Cortège mitgeführt werden, können am Fasnachtsdienstag auf dem Kasernenareal bestaunt werden.

Basler Fasnacht 2019 Laternenausstellung

Laternenausstellung

Auf dem Münsterplatz stellen die Cliquen ab Montagabend ihre kunstvoll und aufwendig gestalteten Laternen zur Schau. Die eindrückliche Ausstellung der in Bilder gefassten Sujets entwickelt besonders nach Sonnenuntergang ihre volle Pracht, wenn die Laternen, wie am Morgenstreich, erleuchten. Der Stil und die Formen der Laternen sind vielfältig. Manche tragen die unverkennbare Handschrift der Cliquenkünstler*innen, andere sind von Laien gemalt. Auch neue Techniken und innovative Materialien kommen immer mehr zum Einsatz. Was einst mit Karikaturen von bekannten Basler Räten und Persönlichkeiten begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem Abbild der Kunstgeschichte entwickelt.

Am Cortège der Basler Fasnacht ziehen die traditionellen Formationen trommelnd und pfeifend durch die Stadt.
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At Basel Fasnacht, the traditional groups make their way through the city with drums and piccolos.

Kinderfasnacht 

Am Dienstag herrscht in der ganzen Innenstadt ein intensives Fasnachtstreiben. In kleinen Gruppen üben sich die Binggis (Kinder) begleitet von ihren Eltern, Grosseltern oder anderen Erwachsenen in der Pflege der Traditionen. In fantasievollen Kostümen, mit Trommeln, Instrumenten und Wägelchen ziehen sie durch die Strassen, verteilen ihre selbstgemachten Zeedel (Handzettel) und Dääfeli (Bonbons) und bewerfen sich gegenseitig mit Räppli (Konfetti). Aber auch die Erwachsenen nutzen den Tag, um in frei zusammengestellten Formationen und in ihrem persönlichen Lieblingskostüm die Fasnacht nach Lust und Laune zu geniessen.

Die Basler Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch um Punkt 4 Uhr morgens und dauert drei Tage. Ein einzigartiges Erlebnis.
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Basel Carnival (Fasnacht) starts at 4 a.m. in the morning on the Monday after Ash Wednesday, and lasts for three days. An unforgettable experience.

Guggenkonzert 

Am Dienstagabend gehört die Stadt den Gugge. Ein Teil der rund 60 Blasmusiken, die mit Trompeten, Posaunen und Tubas, Trommeln, Pauken und Schlagzeugen berühmte Melodien krachend zum Besten geben, treffen sich um 18.30 Uhr auf dem Messeplatz. Dort beginnt ihr Stärnmarsch über die Clarastrasse in Richtung Innenstadt und zu den drei grossen Plätzen (Barfüsserplatz, Marktplatz und Claraplatz), wo sie ihre Konzerte geben. Die beim Publikum beliebten und sehnlich erwarteten Guggenkonzerte finden von 19.30 bis ca. 22.30 Uhr statt – doch sind viele der Formationen vor- und nachher auch in Restaurants und auf anderen Plätzen der Stadt anzutreffen. Die trommelnden und pfeifenden Gruppierungen ziehen sich an diesem Abend in die Gassen der Altstadtperipherie zurück.

Schnitzelbängg 

Eines der wichtigsten Elemente der Basler Fasnacht sind die Schnitzelbänke. Die in Versform verfassten Spottlieder gelten als das Konzentrat des Basler Fasnachtswitzes. Die singend von ihren Verfassern vorgetragenen Schnitzelbänke nehmen Geschehnisse aus Politik und Gesellschaft des letzten Jahres unter die Lupe und lassen sie in kunstvollen Reimen, immer humorvoll, satirisch und mit viel Biss Revue passieren. Die Schnitzelbänkler*innen tragen ihre Verse jeweils am Montag- und Mittwochabend in Restaurants und Theatern, am Dienstagabend auch in Cliquenkellern (Übungslokal der Cliquen) und Privathäusern vor. Fast so wichtig wie die Verse sind die gemalten Bilder, die sogenannten Helge, die zu jeder Strophe gezeigt werden. Ein gutes Bild muss das Sujet des Verses aufgreifen, ohne seine Pointe zu verraten.

Basler Fasnacht 2018 Gaessle Montag

Endstreich 

Bevor der krönende Abschluss der «drey scheenschte Dääg» mit dem Endstreich erfolgt, intensiviert sich das Fasnachtstreiben am Mittwochabend nochmals. Die aktiven Teilnehmer geben nach Mitternacht noch einmal alles und geniessen diesen weiteren Höhepunkt der Fasnacht in vollen Zügen. Dann, am Donnerstagmorgen kurz vor 4.00 Uhr, gehen die Cliquen und Guggen an einen angestammten Treffpunkt und spielen einen allerletzten Marsch oder ein abschliessendes Musikstück. Dann heisst es Abschied nehmen und sich vorfreuen auf die nächste Fasnacht.

Geschichte der Basler Fasnacht

Die Basler Fasnacht ist die grösste der Schweiz und zugleich die bedeutendste protestantische Fasnacht der Welt. Ihre Geschichte verliert sich aber im Dunkel der Zeit, da während dem verheerenden Erdbeben im Jahr 1356 alle Unterlagen dazu zerstört wurden. So stammt das älteste Dokument zur Basler Fasnacht aus dem Jahr 1376.

Wie die meisten Fasnachtsbräuche ist auch die Basler Fasnacht auf keltische und germanische Ursprünge zurückzuführen, auf Ahnenkult, Winteraustreiben und Fruchtbarkeitsrituale. Auch Waffenschauen der Zünfte, Ritterturniere oder die Feste vor der kirchlichen Fastenzeit haben den Brauch mitgeprägt. Als die Reformation jedoch das ausgelassene Treiben einzuschränken, zeitweise sogar zu verbieten begann, entwickelte sich die Basler Fasnacht mehr und mehr zum Widerstand gegen eine repressive Obrigkeit. Im 19. Jahrhundert begann sich die Fasnacht zu wandeln. Erste Cliquen formierten sich, erste Schnitzelbank-Sänger traten auf, das Trommeln und Pfeifen etablierte sich zunehmend als festes Markenzeichen. Die Themen der Umzüge wurden politisch und erhielten ihren typisch satirischen Charakter. Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägte die Fasnacht schliesslich so, wie wir sie heute kennen. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg formierten sich viele neue Cliquen. Trommeln und Pfeifen wurde perfektioniert, Kostüme und Larven erhielten ihre berühmte baslerische Eigenständigkeit. Traditionen und Rituale entstanden, die heute so hoch gehalten werden, als wären sie Jahrhunderte alt.

Zünfte

Die Basler Zünfte hatten einen grossen Einfluss auf die Entwicklung der drei schönsten Tage. Die Musterung der Wehrpflichtigen der Zünfte im 16. Jahrhundert stand in engem Zusammenhang mit der Fasnacht. Damals flossen jene militärischen Elemente ein, die die Basler Fasnacht noch heute prägen: Der gemessene Marschschritt zum Klang von Trommeln und Piccolos.

Blaggedde

Die sogenannte «Blaggedde» (Plakette) wurde 1911 eingeführt. Das 1910 gegründete Fasnachts-Comité erhielt die Bewilligung für deren Verkauf, um damit einen Teil der Fasnacht zu finanzieren. Die Einnahmen dienen bis heute dazu, die Cliquen zu subventionieren.

Erster Morgenstreich

1835 wurde der erste offiziell erlaubte Morgenstreich durchgeführt. Damals zogen die Fasnächtler*innen noch mit Fackeln durch die Gassen. 1845 traten die ersten Steckenlaternen auf, da ein Verbot für das Tragen von offenen Fackeln ausgesprochen wurde. Die erste Zuglaterne wurde 1860 vermerkt.

Comité

Das Fasnachts-Comité, 1910 gegründet, ist für die Organisation der «drey scheenschte Dääg» verantwortlich. Es besteht aus 10 bis 15 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die als Dienstleistungsstelle und Vermittlungsinstanz die Interessen der aktiven Fasnachtsteilnehmer*innen wahrnehmen und als Bindeglied zu Öffentlichkeit und Behörden funktionieren.

UNESCO-Weltkulturerbe

An seiner Sitzung vom 7. Dezember 2017 auf der südkoreanischen Insel Jeju hat das Zwischenstaatliche Komitee die Aufnahme in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit beschlossen. Die Liste umfasst kulturelle Ausdrucksformen wie Tanz, Theater und Musik sowie mündliche Überlieferungen, Bräuche und Handwerkskünste. Nach dem Winzerfest «Fête des Vignerons» in Vevey ist die Basler Fasnacht das zweite Schweizer Kulturerbe, welches in die Liste aufgenommen wurde. 

Die UNESCO würdigt mit dem Entscheid die reiche Tradition und die Einzigartigkeit der Basler Fasnacht. Dabei wurde besonders die Vereinigung von Musik, mündlichen und schriftlichen Ausdrucksformen und des Handwerks hervorgehoben.

«Neben der lokalen und nationalen Bedeutung, ist diese Würdigung nicht zuletzt auch aus internationaler, touristischer Sicht sehr entscheidend», ist Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, überzeugt. «Wir sind stolz und sehen viel Potenzial für die Zukunft, die Basler Fasnacht auf der touristischen Landkarte noch stärker zu beleuchten.»

Mit der Tradition der Basler Fasnacht sind nicht nur unzählige Bebbi (Basler*innen) verbunden, sie zieht jährlich auch Tausende Touristen an. Allesamt sind sie begeistert von der Einzigartigkeit, Qualität und Vielfalt dieses Ereignisses.

Wollen Sie mehr über die Basler Geschichte erfahren?

Pfyffer und ein Trommler beim Gässle am Oberen Rheinweg.

Switzerland. get natural. The Basel Carnival - a group of fifes and drum along the banks of the rhine with the Cathedral in the background.Schweiz. ganz natuerlich. Basler Fasnacht. Tambour und Piccolospieler am Rheinufer mit dem Muenster im Hintergrund. Suisse. tout naturellement. Carnaval de Bale. Un groupe avec des piccolos et tambours sur le Rhin, avec la cathedrale en arriere-plan.Copyright by: Switzerland Tourism   By-Line: swiss-image.ch/Christof Sonderegger

Traditionelle Fasnachtskostüme

An der Fasnacht sind die unterschiedlichsten Gestalten unterwegs. Teils entstammen die Goschdym (Kostüme) der italienischen Commedia dell’arte, während andere auf lokale Gegebenheiten zurückzuführen sind.

An der Basler Fasnacht gilt es, sich als Masgge (also als eine fasnächtlich von Kopf bis Fuss vermummte Figur) in die absolute Anonymität zu begeben. Niemand soll unter seiner Larve, der oft heute noch in kunstvoller Handarbeit gestalteten Gesichtsmaske, erkannt werden.

Viele Einheiten kreieren und fertigen ihre Kostüme und Larven selbst. Es gibt drei Arten von Kostümen: 

  • Zugskostüme (sie bringen das jeweilige Sujet einer Formation zum Ausdruck)
  • klassische Kostüme 
  • Kostüme der individuellen Fantasie

Einige klassische Kostüme blicken auf eine lange Tradition zurück:

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Harlekin

Die Fasnachtsfigur «Harlekin» (ursprünglich Arlecchino genannt) stammt aus der Commedia dell'arte, wo sie als Dienerfigur galt. Das Kostüm des Harlekin zeichnet sich hauptsächlich durch den auffallenden Zweispitz aus, sowie Cape, Halskrause, Pompons und Pluderhose.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Waggis

Die karikative Darstellung eines elsässischen Bauern aus dem 19. Jahrhundert war die Ausgangslage für den heutigen Waggis. Die Elsässer*innen bezeichneten mit diesem Begriff Vagabunden oder Taglöhner. Bis heute gehört das laute und ruppige Auftreten genauso zu dieser Figur wie die typische Verkleidung. Das Kostüm wurde über die Jahre allerdings stark abgeändert. So wurde die Nase immer grösser und die Kleider nahmen unterschiedliche Farben an.

Dummpeter

Die Fasnachtsfigur Dummpeter war in den Vorkriegsjahren fast ausgestorben. Aber jetzt sieht man ihn wieder öfter an der Fasnacht. Sein Gesicht sieht kindlich und verträumt aus und aufgrund seiner Pausbacken präsentieren ihn oft Pfeifergruppen. Es ist nicht zweifelsfrei überliefert, wie er entstanden ist. Eine These besagt aber, dass er ursprünglich Drummpeter hiess und dieser Name im Laufe der Jahre in Dummpeter abgewandelt worden ist.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Alti Dante

Die Figur «Alti Dante» (Alte Tante) entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts und war Anfang des 20. Jahrhunderts sehr populär. Die Alti Dante ist die als karikative Darstellung einer vornehmen älteren Dame der Basler Oberschicht. Ihre Kleider und Accessoires erinnern oft auch an die Biedermeierzeit.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Ueli

Der Ueli geht zurück auf den mittelalterlichen Hofnarren, an dessen Gewand sich sein Kostüm orientiert. So sind Oberteil wie Hose zweifarbig und auch er trägt Stoffhörner auf dem Kopf. Ein weiteres Merkmal sind die vielen Schellen, die am Kostüm befestigt sind. Dadurch sind die Fasnächtler*innen, die einen Ueli tragen, kaum zu überhören.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Blätzlibajass

Der Begriff «Blätzlibajass» setzt sich aus den Wörtern «Blätzli» und «Bajass» zusammen. Bajass ist der baseldeutsche Ausdruck von Bajazzo, was ein italienischer Clown der Commedia dell’arte ist. Der Ausdruck «Blätzli» bezeichnet die Stoffstücke, die zu Hunderten oder gar Tausenden das Kostüm zieren.

Verschiedene Rollen der Fasnächtler*innen

Über 300 Cliquen, Wagencliquen, Kutschen und Guggenmusiken melden sich jährlich für den offiziellen Cortège an. Zudem werden mehr als 200 Laternen für die Fasnacht von Hand bemalt. Und in den Gassen von Basel sind mehr als 100 Schnitzelbänggler*innen sowie unzählige Einzelmasken und Grüppchen unterwegs, die auf die Teilnahme am Umzug verzichten.

Es gibt verschiedene Arten, aktiv an der Fasnacht teilzunehmen:

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Cliquen

Die ersten Cliquen entstanden etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts aus verschiedenen Basler Vereinen und Gesellschaften. Um 1870 wurden die ersten Gesellschaften gegründet, die den alleinigen Zweck hatten, an der Fasnacht teilzunehmen. Es waren oft Quartier- und Vorstadtvereinigungen, was sich in einigen Cliquennamen wie Stainlemer, Spale oder Glaibasler bis heute widerspiegelt. An den drei schönsten Tagen sind sie unterwegs mit Trommeln und Piccolos und bereichern das Fasnachtstreiben mit traditionellen Märschen und neueren Klängen.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Guggenmusiken

Schon Mitte des 19. Jahrhunderts haben Blechmusiken die Umzüge bereichert, und noch in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts waren an der Fasnacht Handharmonika- und Mandolinen-Gruppen zu sehen. Aus den Blechmusiken haben sich in der Folge die Guggenmusiken entwickelt. Rund 70 solcher Formationen mit über 2000 Aktiven nehmen am Cortège teil und geben ihre Konzerte vor allem am Dienstagabend auf grossen Plätzen, aber auch in den überfüllten Wirtshäusern in der Innenstadt.

Der Cortege der Basler Fasnacht.

Wagencliquen

Stark geprägt wird der Cortège auch von den Wagencliquen, die mit aufwendigen und kunstvollen Fahrzeugen ebenfalls Sujets darstellen und ausspielen. Maskierte verteilen von den Wagen herunter Blumen, aber auch Orangen sowie weitere, meist ess- oder trinkbare Kleinigkeiten, immer begleitet von einem zünftigen Räpplisegen (einer Ladung Konfetti).

Schnitzelbänkler*innen

Schnitzelbänkler*innen nehmen das aktuelle Zeitgeschehen unter die Lupe. Jeder einzelne Vers behandelt ein anderes Sujet: Geschehnisse aus den Bereichen Politik, Sport, Wirtschaft und Gesellschaft, die im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht haben. Die Verse sind kunstvoll gereimte Wortbeiträge, humorvoll, schneidend oder satirisch. Sie halten die Zuhörer*innen in Bann bis hin zum befreienden Lachen bei der Schlusspointe. In den meisten Fällen wird der Vortrag von einem Instrument begleitet. Die Melodien sind teils überlieferte Bänkelsängerweisen, teils abgewandelte bekannte Volkslieder und Schlager. Sie sind vorwiegend abends in diversen Lokalitäten und Cliquenkellern anzutreffen.

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Häufig gestellte Fragen

Gut zu wissen.

  • Die Fasnacht beginnt am Montag nach Aschermittwoch. Abhängig vom Ostersonntag ist dies jedes Jahr im Februar oder März. 

  • Die Basler Fasnacht dauert genau 72 Stunden, also drei Tage.

  • Der traditionelle Morgenstreich eröffnet um 4.00 Uhr früh die berühmte Basler Fasnacht. Am Montag- und Mittwochabend präsentieren die «Schnitzelbängg» in vielen Restaurants brisante und amüsante Themen, die die Stadt und ihre Bürger*innen im vergangenen Jahr bewegt haben. Der Dienstag steht immer im Zeichen der Kinderfasnacht und am Abend sorgen die Guggenmusiken für Stimmung. Nach den grossen Cortèges am Montag- und Mittwochnachmittag, also einem Umzug durch die Stadt, endet die Basler Fasnacht dann 72 Stunden später, wieder um 4.00 Uhr morgens.