Podcast-Folge 17

Zu Gast in dieser Folge: Eva Reifert, Kuratorin am Kunstmuseum Basel.

Katja unterhielt sich mit Eva Reifert vor den «Tierschicksalen» von Franz Marc, einem der wichtigsten Kunstwerke der Sammlung.

Darum geht es in dieser Folge

Als Eva Reifert vor sechs Jahren von Berlin nach Basel reiste, um die Stelle als Kuratorin am Kunstmuseum Basel anzutreten, hatte sie eine klare Idee: Sie wollte eine Ausstellung zu den berühmten Basler Ankäufen aus dem Jahr 1939 auf die Beine stellen.

Basel ist heute dank weltbekannter Museen und der Kunstmesse Art Basel eine Kunstmetropole. Das sah in den 1930er-Jahren noch etwas anders aus. Zwar durfte man für sich in Anspruch nehmen, die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt zu besitzen. Aber die modernen, abstrakten Kunstwerke konnte man an einer Hand abzählen.

Das Kunstmuseum Basel befand sich am heutigen Standort des Naturhistorischen Museums. Die Werke alter Meister wie Hans Holbein d. J. waren die Aushängeschilder des Kunstmuseums Basel – und sind es heute noch.

1936 zog das Kunstmuseum Basel an den heutigen Standort am St. Alban-Graben.

Endlich war genug Platz da – auch für die Moderne? Es gab gewichtige Stimmen, die nichts davon wissen wollten.

Durch die Entwicklungen in Deutschland wurde die Frage «Moderne ja oder nein?» rasch brandaktuell: 1937 liessen die Nationalsozialisten 21 000 Kunstwerke aus deutschen Museen entfernen. Sie verunglimpften die Werke – die meisten stammten von zeitgenössischen Künstler*innen – als «entartet».

Ein Drittel aller konfiszierten Kunstwerke wurde im Ausland zum Kauf angeboten.

In neun Räumen zeichnet die Ausstellung «Zerrissene Moderne» die damaligen Geschehnisse nach.

Dabei spielen Leerstellen eine wichtige Rolle: Es werden Fotos von verschollenen Kunstwerken gezeigt, und die «verlorene» Generation tritt auf: Künstler*innen, die 1939 noch zu wenig bekannt waren und deren Werke daher als «nicht verwertbar» galten.

Mit der Ausstellung betreten Eva Reifert und ihr Team Neuland. Die Komplexität der damaligen Geschehnisse aufzeigen, ohne die Besucher*innen zu überfordern, war das Ziel. Aus diesem Grund sind die Texttafeln sehr knapp gehalten.

Egal, ob Sie sich 20 Minuten oder gleich einen ganzen Nachmittag Zeit nehmen wollen: die neun Räume mit ihren Gemälden, Skulpturen, Videos und Originaldokumenten werden Sie bestimmt in ihren Bann ziehen. 

Über Eva Reifert

Eva Reifert, geboren 1981 in Mainz, arbeitete unter anderem am berühmten Metropolitan Museum in New York, bevor sie 2016 nach Basel kam. Am Kunstmuseum Basel kuratiert sie die Kunst des 19. Jahrhunderts und der klassischen Moderne. 

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