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Interview mit Samuel Leuenberger

Director & Curator SALTS und Kurator des Art Parcours

November 2016

Was kann man in Basel tun, das in London, New York oder Tokio nicht so einfach möglich wäre?
Die Sonntagsruhe geniessen! Das ist ein Luxus, den es in grösseren Städten nicht mehr gibt. Sonntagmorgen durch das leere, ruhige Basel laufen, rennen oder fahren ist wunderschön.

Ihr liebster Ort in Basel?
Jeder Gast, der mich in Basel besucht, fahre ich die St. Alban-Talstrasse vom Gellert Quartier runter, an der Papiermühle vorbei, an den Rhein. Man überquert die alte Stadtmauer, man sieht ein paar der ältesten Häuser, versteckt, romantisch gelegen und der letzte Teil, wo die Strasse einen Zickzack macht und es richtig eng wird, ist einfach ein wunderbarer Ort.

Was darf man in Basel nicht verpassen?
Ein Leckerli zu essen.

Der beste Ort, um zeitgenössische Kunst zu sehen?
Ich würde natürlich meinen Raum, SALTS wärmstens empfehlen, da aber der Raum im Kanton Basel-Land in Birsfelden liegt, empfehle ich die Kunsthalle Basel, die Institution in Basel, die man nicht verpassen darf.

Welche Ausstellung sollte man derzeit nicht verpassen?
Gerade vorbei, aber Michael Landys Ausstellung im Tinguely Museum war der Hammer.

Hat Basel so etwas wie ein Kunstzentrum?
Basel ist schlechthin ein riesiges Kunstzentrum: Zwischen dem Schaulager, dem Dreispitz Areal, den drei Kunstmuseen, der Kunsthalle Basel, dem Tingluely Museum, dem Ausstellungsraum Klingental, der Art Basel natürlich auch, und all den anderen Institutionen rundherum wie das CRAC Alsace in Altkirch, die Fondation Beyeler in Riehen, das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, das Kunsthaus Baselland in Muttenz oder die Fondation Fernet-Branca in St. Louis können wir in der Tat nur noch von der Qual der Wahl sprechen.

Wie würden Sie die zeitgenössische Kunstszene in Basel beschreiben? Wie progressiv ist sie?
Sehr aktiv, sehr umtriebig, sehr stimulierend und bereichernd. Progressivität spielt sich in erster Linie im Kopf ab und nicht in den Studios und schon viel weniger in Ausstellungen oder in der Szene als Ganzes.

Verraten Sie uns noch die architektonischen Highlights von Basel!
Verschiedene Gebäude lösen unterschiedliche Emotionen aus. Das zentrale Stellwerk, irgendwie klein doch stoisch gross, unförmig elegant und doch voll nützlich, von Herzog & de Meuron, steht immer noch weit oben. Ein Privathaus in Riehen von Reuter Raeber Architekten, eine Art LA Villa mit Glasbox-Aufbau, der Chnächt – das Kunst-Restaurant unten im Kleinhüniger Hafen – eine alte Farm, die Holzbrett für Holzbrett von Sandra Knecht verpflanzt wurde und liebevoll neu ins Leben gerufen worden ist. Aber auch das Gebäude von Mario Botta am Aeschenplatz ist ein gutes Bespiel für eines, das einen ganzen Platz lähmen kann. Der Novartis Campus ist ein Architektur-Schlachtfeld, aber wenn man es wie ein Schachspiel anschaut, ein unglaublich spezielles und ambitioniertes Grossprojekt und eines Besuches wert.

Was ist einer der angesagtesten Orte in Basel im Moment? Wo treffen sich die Kreativen?
Für mich ist Benedikt Wyss, mit seinen verschiedenen Projekten, darunter auch sein Social Muscle Club, das absolute Highlight der Stadt, auch seine anderen Projekte sollte man genau beobachten. Der Mann der Stunde ganz klar! Und die Kreativen treffen sich häufig auf ein Abendessen, privat bei sich zu Hause.

Wohin gehen Sie mit Künstlern in Basel essen?
Der Klassiker für mich ist immer noch ein Fondue im Rhyschänzli, die drei Käsemischung, die man dort übrigens auch für sich Privat kaufen kann, ist schlichtweg ein Ganzjahresrenner.

Welches Café in Basel können Sie empfehlen?
Mein Lieblingscafé ist immer das Da Graziella an der Feldbergstrasse, aber auch das Café Schiesser am Marktplatz, oben im 1. Stock, ist ein guter Ort fürs Kaffeekränzchen und für kleinere Meetings.

Basel bei Nacht – wohin treibt es Sie?
Da kann ich leider nicht weiterhelfen, ich bin abends häufig unsozial und bleibe Zuhause.