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Konzert
SPRACHLOS | Azrieli Music Prizes in Concert
BBC Singers, Basler Madrigalisten und Klangforum Wien präsentieren zwei grossformatige Chorkonzerte mit Werken von Haas, Klartag, Bardanashvili, Nobles und Trigos – inklusive Uraufführung.
BBC Singers & Basler Madrigalisten
Klangforum Wien
Benjamin Goodson & Raphael Immoos, Leitung
48 Sängerinnen und Sänger, vier Kontrabässe, viel Perkussion und einige der spannendsten Stimmen der zeitgenössischen Musik: In der Martinskirche Basel treffen die BBC Singers, die Basler Madrigalisten und das Ensemble Klangforum Wien in zwei ganz aussergewöhnlichen, grossformatigen Chorkonzerten aufeinander – mit monumentalen Klangwelten, verlorenen Sprachen und der Uraufführung eines neuen Stückes von Georg Friedrich Haas, das vier Werke ergänzt, die 2024 mit dem bedeutenden Azrieli Music Prize ausgezeichnet wurden.
Den Auftakt bildet Yair Klartags The Parable of the Palace unter der Leitung von Benjamin Goodson. Das gross besetzte Werk geht von einer mittelalterlichen Parabel im ursprünglichen judäo-arabischen Text aus – einer Sprache, die einst von jüdischen Gemeinschaften in der arabischen Welt gesprochen wurde und heute weitgehend verschwunden ist. Klartag macht diese verlorene Sprache und die Parabel zum Ausgangspunkt einer eindringlichen musikalischen Auseinandersetzung mit Wissen und Glauben und lotet dabei den schmalen Grat zwischen Rationalität und Irrationalität aus.
Im Anschluss folgt eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas: SPRACHLOS, ein neues A-cappella-Werk im Auftrag von Interfinity, gesungen von den Basler Madrigalisten unter Raphael Immoos. Das Werk kommt ohne Worte aus und verwendet ausschliesslich Phoneme. Gegen Ende löst sich der Chor buchstäblich auf: Die Sängerinnen und Sänger verschwinden nach und nach singend durch das Publikum aus der Kirche, ihre Stimmen werden immer ferner – bis nur noch Stille bleibt.
Das zweite Konzert, wieder unter der Leitung von Benjamin Goodson (designiertem Chefdirigenten des SWR Vokalensembles), führt mit drei weiteren Werken der Azrieli Music Prizes 2024 durch unterschiedliche musikalische und kulturelle Welten. Josef Bardanashvili verbindet in Light to My Path seine georgischen Wurzeln mit Texten aus den Psalmen und bewegt sich zwischen Zweifel, Ekstase und Dankbarkeit. Jordan Nobles lässt in kanata aus langsam sich wandelnden Klängen eine Reflexion über Landschaft, Zugehörigkeit und Heimat entstehen. Juan Trigos führt mit Simetrías Prehispánicas ins vorspanische Mexiko und verbindet spanische mit historischen Nahuatl-Texten. Eröffnet wird das zweite Konzert mit einer kurzen Ansprache von Sharon Azrieli, Gründerin der Azrieli Music Prizes, die den Konzertabend ermöglicht.
Zwischen den Konzerten geben die beteiligten Komponisten in einem rund 45-minütigen Podium Einblick in ihre Werke und deren Entstehung. Gleichzeitig beginnt der Apéro auf dem Vorplatz der Martinskirche und dauert bis zum zweiten Konzert.
Die Werke des Abends führen auf unterschiedliche Weise zu Sprachen, kulturellen Traditionen und Überlieferungen, die verschwinden, sich verändern oder neu gelesen werden – von Judäo-Arabisch und Nahuatl bis zu musikalischen Fragen nach Heimat und kultureller Erinnerung.
Beide Konzerte werden zu einem späteren Zeitpunkt auf BBC Radio 3 ausgestrahlt. Am 8. Juni 2027 wird das Konzert an der Opéra Bastille in Paris erneut aufgeführt.
Voraussichtliches Ende des Abends: 21:30
Sprache: Englisch (Podium)
Apéro im Konzertticket inbegriffen
Freier Eintritt zum Podium; keine Anmeldung erforderlich.
Der Abend ist ein zweiteiliger Konzertabend; beide Teile bzw. Konzerte werden ausschliesslich gemeinsam als ein Konzert verkauft.
Die Azrieli Music Prizes (AMP) wurden 2014 von Sharon Azrieli für die Azrieli Foundation ins Leben gerufen und zählen heute zu den bedeutendsten internationalen Auszeichnungen für zeitgenössische Komposition. Die vier prämierten Werke werden im Rahmen des Konzertabends erstmals in der Schweiz aufgeführt.