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Konzert
Nachtklang im Museum II – Kammerorchester Basel
Jüdisches Museum Schweiz
Vesalgasse 5, 4051 Basel
Nachtklang im Museum II: Wo das Wort vorbeifliegt
Programm:
Streichtrios von Ludwig van Beethoven und Gideon Klein.
Texte von Hilde Domin, Mascha Kaléko, Selma Merbaum, Rose Ausländer u. a.
Konzertdetails:
Der Nachtklang im Jüdischen Museum Schweiz stellt Texte jüdischer Autorinnen der Musik Ludwig van Beethovens und Gideon Kleins gegenüber.
Der tschechisch-jüdische Komponist Gideon Klein schrieb sein Streichtrio als junger Mann in seinen Zwanzigern im KZ Theresienstadt und beendete es am 7.10.1944, neun Tage vor seinem Abtransport nach Auschwitz. Die Partitur, die er einer Freundin anvertraut hatte, gelangte nach dem Krieg in die Hände seiner Familie und wurde schliesslich im Jahre 1993 ediert.
Das Streichtrio beschwört klingend den existenziellen Kampf im Lager, aber auch die Macht der Musik. Fern von jeder Larmoyanz, kraftvoll und selbstbewusst greift es auf mährische Volkslieder zurück, die es in einfacher und geradliniger Weise verarbeitet. Unter den Inhaftierten waren viele Musiker:innen, und es wurde den herrschenden Umständen zum Trotz viel musiziert, das klassische Repertoire der Kammermusik gepflegt – gut möglich, dass Beethovens Streichtrios dort erklangen.
Auch Ludwig van Beethoven schrieb als junger Mann, mit 27 Jahren, die Streichtrios op. 9. Besonders mit dem dritten Streichtrio in c-Moll, der «Sturm-und-Drang»-Tonart, entwickelt er die Form weiter und bricht sie auf. Mit nur drei Instrumenten lässt er etwas völlig Neues entstehen: Die Stimmen treten solistischer auf, manchmal meint man gar eine vierte Stimme zu hören. So belebt Beethoven die klassische Form auf seine Weise durch originelle Impulse und radikale Kontraste, klangliche Verdichtung und spannungsreiche Dramatik.
Auch die meisten der für diesen Abend ausgewählten Gedichte sind Texte junger jüdischer Autorinnen. Sie haben immer wiederden Holocaust zum Thema, bringen die eigene Not als direkt Betroffene zum Ausdruck oder setzen sich im Rückblick mit dem Unfassbaren auseinander. Oft geht es aber auch um Fragen des eigenen Daseins, der künstlerischen Identität, Fragen von Menschlichkeit und Würde und einem friedlichen Zusammenleben in der Zukunft. Diesen humanistischen Horizont haben sie mit der Musik gemein. Letztlich sind es Fragen, die uns auch heute wieder mit grösserer Dringlichkeit beschäftigen. Die Worte, die vorbeifliegen und uns möglicherweise unwiderruflich treffen, könnten uns dabei helfen.
Mitwirkende und Zusatzinformationen:
Musiker:innen des Kammerorchester Basel und Gäste
Dmitry Smirnov (Violine)
Antonio Viñuales Pérez (Viola)
Christoph Dangel (Violoncello)
Hannah Im Hof (Rezitation)
Streichtrios von Ludwig van Beethoven und Gideon Klein.
Texte von Hilde Domin, Mascha Kaléko, Selma Merbaum, Rose Ausländer u. a.
Konzertdetails:
Der Nachtklang im Jüdischen Museum Schweiz stellt Texte jüdischer Autorinnen der Musik Ludwig van Beethovens und Gideon Kleins gegenüber.
Der tschechisch-jüdische Komponist Gideon Klein schrieb sein Streichtrio als junger Mann in seinen Zwanzigern im KZ Theresienstadt und beendete es am 7.10.1944, neun Tage vor seinem Abtransport nach Auschwitz. Die Partitur, die er einer Freundin anvertraut hatte, gelangte nach dem Krieg in die Hände seiner Familie und wurde schliesslich im Jahre 1993 ediert.
Das Streichtrio beschwört klingend den existenziellen Kampf im Lager, aber auch die Macht der Musik. Fern von jeder Larmoyanz, kraftvoll und selbstbewusst greift es auf mährische Volkslieder zurück, die es in einfacher und geradliniger Weise verarbeitet. Unter den Inhaftierten waren viele Musiker:innen, und es wurde den herrschenden Umständen zum Trotz viel musiziert, das klassische Repertoire der Kammermusik gepflegt – gut möglich, dass Beethovens Streichtrios dort erklangen.
Auch Ludwig van Beethoven schrieb als junger Mann, mit 27 Jahren, die Streichtrios op. 9. Besonders mit dem dritten Streichtrio in c-Moll, der «Sturm-und-Drang»-Tonart, entwickelt er die Form weiter und bricht sie auf. Mit nur drei Instrumenten lässt er etwas völlig Neues entstehen: Die Stimmen treten solistischer auf, manchmal meint man gar eine vierte Stimme zu hören. So belebt Beethoven die klassische Form auf seine Weise durch originelle Impulse und radikale Kontraste, klangliche Verdichtung und spannungsreiche Dramatik.
Auch die meisten der für diesen Abend ausgewählten Gedichte sind Texte junger jüdischer Autorinnen. Sie haben immer wiederden Holocaust zum Thema, bringen die eigene Not als direkt Betroffene zum Ausdruck oder setzen sich im Rückblick mit dem Unfassbaren auseinander. Oft geht es aber auch um Fragen des eigenen Daseins, der künstlerischen Identität, Fragen von Menschlichkeit und Würde und einem friedlichen Zusammenleben in der Zukunft. Diesen humanistischen Horizont haben sie mit der Musik gemein. Letztlich sind es Fragen, die uns auch heute wieder mit grösserer Dringlichkeit beschäftigen. Die Worte, die vorbeifliegen und uns möglicherweise unwiderruflich treffen, könnten uns dabei helfen.
Mitwirkende und Zusatzinformationen:
Musiker:innen des Kammerorchester Basel und Gäste
Dmitry Smirnov (Violine)
Antonio Viñuales Pérez (Viola)
Christoph Dangel (Violoncello)
Hannah Im Hof (Rezitation)