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Konzert
Bach & Romantik beim ORGEL•PUNKT 12 im Basler Münster
Münsterorganist Andreas Liebig spielt unter dem Motto „Bach & Romantik“ Meisterwerke von Bach, Mendelsohn Bartholdy, Brahms, Reger und Franz Liszt B-A-C-H) im Basler Münster.
Münsterorganist Andreas Liebig spielt unter dem Motto „Bach & Romantik“ Meisterwerke von Bach, Mendelsohn Bartholdy (Sonata V D-dur), Brahms (Drei Choralvorspiele), Reger („Aus tiefer Not“) und Franz Liszt (Präludium und Fuge über B-A-C-H) an der grössten und vielseitigsten Orgel der Region im Basler Münster.
„Bach ist Anfang und Ende aller Musik.“ Dieses Diktum des großen Bach-Verehrers Max Reger umschreibt auch die heutige Programmfolge: Von Bachs Praeludium et Fuga G-dur bis zu Franz Liszts grosser Hommage an den Thomaskantor.
Liszt großes Interesse an der Orgel kommt in seiner Bezeichnung als „Papst der Instrumente“ zum Ausdruck. Berühmt sind die Orgelexperimente, die Liszt mit dem legendarischen Tiefurter Kantor Alexander Wilhelm Gottschalg an der Dorforgel in Denstedt unweit von Weimar durchführte. Man muß sich das so vorstellen, daß Gottschalg auf der Orgelbank Platz nahm und das Pedal spielte, während Liszt, der offensichtlich keine Pedaltechnik besaß, um hin herumgriff und den Manualpart übernahm, und man so Orgeleffekte und –registrierungen ausprobierte.
Der Merseburger Domorganist Michael Schönheit bemerkt dazu: „Als Franz Liszt als Hofkapellmeister nach Weimar kam, lag eine Weltkarriere als Pianist hinter ihm. Doch kam kein aufgeblasener Virtuose nach Weimar, sondern ein großartiger Künstler, der die Erfahrungen der ortsansässigen Musiker wie Johann Gottlob Töpfer und Alexander Wilhelm Gottschalg für sich zu nutzen wusste, und den traditionsbeladenen und vielleicht auch – belasteten Weimarer Organisten durch seine Frische und sein Künstlertum neue Horizonte öffnete.“
Die Merseburger Ladegast-Orgel hatte für Liszt große Bedeutung. Er nahm an dem Bau dieses orgel- und musikgeschichtlich bedeutsamen Instruments, der ersten romantischen Großorgel Mitteldeutschlands, lebhaften Anteil und ließ sich durch sie zu seinen bedeutendsten Orgelwerken anregen. Die Orgelweihe am 26. September 1855 stieß auf ein begeistertes Echo. Liszt hatte sich vorgenommen, für die Einweihung dieser Orgel 1856 Präludium und Fuge über B-A-C-H zu komponieren, wurde aber bis zum Einweihungstermin mit der Fuge nicht fertig, sodass die Uraufführung auf das darauffolgende Jahr verschoben werden mußte.
In einem Bericht Franz Brendels in der Neuen Zeitschrift für Musik über das Einweihungskonzert wird der moderne Charakter dieses herausragenden Instruments und seine Bedeutung für den neuen von Liszt geschaffenen Orgelstils akzentuiert: »Der Charakter dieses Werks unterscheidet sich wesentlich von dem aller anderen Orgeln. An Kraft und Fülle, beim Gebrauch des vollen Werks kommt sie wohl den besten gleich. Einzig in ihrer Art aber ist sie in den sanfteren Stimmen. Es ruht ein Wohllaut, ein Schmelz darin, wie ich ihn bei anderen Orgeln noch nicht gehört. Der Klang ist, um die Hauptsache mit einem Worte zu bezeichnen, poetischer Natur. [...] Liszt nimmt jetzt zur Orgel eine ähnliche Stellung ein, wie früher zum Pianoforte. Wie er früher das Pianoforte zu behandeln vermochte, einzig in seiner Art, so weiß er jetzt auf der Orgel den ganzen Glanz und die ganze Pracht des Instrumentes zur Darstellung zu bringen.«
ANDREAS LIEBIG (geb. 1962 in Gütersloh/Westfalen) ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen in Lübeck und Oslo leitete er zudem von 2013 bis 2015 die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Seit 2018 unterrichtet er an der Musikhochschule Freiburg. 1988 gewann er die 1. Preise bei den internationalen Orgelwettbewerben Dublin und Odense. Nach einem Kirchenmusikstudium in Herford studierte Liebig von 1983–89 Hauptfach Orgel-, Klavier- und Musiktheorie in Stuttgart u.a. bei Ludger Lohmann, Adu Frederica Faiss und Helmut Lachenmann. Weiterbildung in Köln, Paris, Wien, Lübeck und Freiburg bei Michael Schneider, Daniel Roth, Hans und Martin Haselböck, Zsigmond Szathmáry sowie bei Sergiu Celibidache in Mainz. Kantor und Organist in Dänemark, Norwegen und der Schweiz. Leitung erfolgreicher Festivals und Konzertreihen, u.a. Ostwestfälische Orgeltage 1992, Brahms-Festival Lübeck 1992, Krummhörner Orgelfrühling (2001 – 2011), Internationale Sommerkonzerte Dornum (Holy-Orgel 1710/11) und Orgelsommer Marienhafe (Holy-Orgel 1710-1713). Rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen sowie Meisterkurse in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien mit weitgespanntem Repertoire vom Robertsbridge Codex bis zur Avantgarde. Vielbeachtete Bach-Aufnahmen an den historischen Orgeln in Groningen, Trondheim, Oelinghausen und Dornum. Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe. 2025 erschienen im Label Arcantus zwei von der Kritik hochgelobte („Sternstunden aus dem Münster“ Musik &Theater) CDs an der Basler Münsterorgel mit der Sopranistin Gudrun Sidonie Otto:
DE PROFUNDIS (arc 25050): Werke von Bach, Reubke, Reger, Gubaidulina, Manneke, Nono, sowie NOSTALGIA: Brahms, Elf Choralvorspiele op. post. 122 und Dvořák, Biblische Lieder op. 99 (arc 25051).
www.basler-muensterkonzerte.ch
„Bach ist Anfang und Ende aller Musik.“ Dieses Diktum des großen Bach-Verehrers Max Reger umschreibt auch die heutige Programmfolge: Von Bachs Praeludium et Fuga G-dur bis zu Franz Liszts grosser Hommage an den Thomaskantor.
Liszt großes Interesse an der Orgel kommt in seiner Bezeichnung als „Papst der Instrumente“ zum Ausdruck. Berühmt sind die Orgelexperimente, die Liszt mit dem legendarischen Tiefurter Kantor Alexander Wilhelm Gottschalg an der Dorforgel in Denstedt unweit von Weimar durchführte. Man muß sich das so vorstellen, daß Gottschalg auf der Orgelbank Platz nahm und das Pedal spielte, während Liszt, der offensichtlich keine Pedaltechnik besaß, um hin herumgriff und den Manualpart übernahm, und man so Orgeleffekte und –registrierungen ausprobierte.
Der Merseburger Domorganist Michael Schönheit bemerkt dazu: „Als Franz Liszt als Hofkapellmeister nach Weimar kam, lag eine Weltkarriere als Pianist hinter ihm. Doch kam kein aufgeblasener Virtuose nach Weimar, sondern ein großartiger Künstler, der die Erfahrungen der ortsansässigen Musiker wie Johann Gottlob Töpfer und Alexander Wilhelm Gottschalg für sich zu nutzen wusste, und den traditionsbeladenen und vielleicht auch – belasteten Weimarer Organisten durch seine Frische und sein Künstlertum neue Horizonte öffnete.“
Die Merseburger Ladegast-Orgel hatte für Liszt große Bedeutung. Er nahm an dem Bau dieses orgel- und musikgeschichtlich bedeutsamen Instruments, der ersten romantischen Großorgel Mitteldeutschlands, lebhaften Anteil und ließ sich durch sie zu seinen bedeutendsten Orgelwerken anregen. Die Orgelweihe am 26. September 1855 stieß auf ein begeistertes Echo. Liszt hatte sich vorgenommen, für die Einweihung dieser Orgel 1856 Präludium und Fuge über B-A-C-H zu komponieren, wurde aber bis zum Einweihungstermin mit der Fuge nicht fertig, sodass die Uraufführung auf das darauffolgende Jahr verschoben werden mußte.
In einem Bericht Franz Brendels in der Neuen Zeitschrift für Musik über das Einweihungskonzert wird der moderne Charakter dieses herausragenden Instruments und seine Bedeutung für den neuen von Liszt geschaffenen Orgelstils akzentuiert: »Der Charakter dieses Werks unterscheidet sich wesentlich von dem aller anderen Orgeln. An Kraft und Fülle, beim Gebrauch des vollen Werks kommt sie wohl den besten gleich. Einzig in ihrer Art aber ist sie in den sanfteren Stimmen. Es ruht ein Wohllaut, ein Schmelz darin, wie ich ihn bei anderen Orgeln noch nicht gehört. Der Klang ist, um die Hauptsache mit einem Worte zu bezeichnen, poetischer Natur. [...] Liszt nimmt jetzt zur Orgel eine ähnliche Stellung ein, wie früher zum Pianoforte. Wie er früher das Pianoforte zu behandeln vermochte, einzig in seiner Art, so weiß er jetzt auf der Orgel den ganzen Glanz und die ganze Pracht des Instrumentes zur Darstellung zu bringen.«
ANDREAS LIEBIG (geb. 1962 in Gütersloh/Westfalen) ist seit 2014 Münsterorganist in Basel. Nach Lehrtätigkeiten an den Musikhochschulen in Lübeck und Oslo leitete er zudem von 2013 bis 2015 die Orgelklasse des Tiroler Landeskonservatoriums in Innsbruck. Seit 2018 unterrichtet er an der Musikhochschule Freiburg. 1988 gewann er die 1. Preise bei den internationalen Orgelwettbewerben Dublin und Odense. Nach einem Kirchenmusikstudium in Herford studierte Liebig von 1983–89 Hauptfach Orgel-, Klavier- und Musiktheorie in Stuttgart u.a. bei Ludger Lohmann, Adu Frederica Faiss und Helmut Lachenmann. Weiterbildung in Köln, Paris, Wien, Lübeck und Freiburg bei Michael Schneider, Daniel Roth, Hans und Martin Haselböck, Zsigmond Szathmáry sowie bei Sergiu Celibidache in Mainz. Kantor und Organist in Dänemark, Norwegen und der Schweiz. Leitung erfolgreicher Festivals und Konzertreihen, u.a. Ostwestfälische Orgeltage 1992, Brahms-Festival Lübeck 1992, Krummhörner Orgelfrühling (2001 – 2011), Internationale Sommerkonzerte Dornum (Holy-Orgel 1710/11) und Orgelsommer Marienhafe (Holy-Orgel 1710-1713). Rege Konzerttätigkeit, CD-, Radio- und TV-Aufnahmen sowie Meisterkurse in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien mit weitgespanntem Repertoire vom Robertsbridge Codex bis zur Avantgarde. Vielbeachtete Bach-Aufnahmen an den historischen Orgeln in Groningen, Trondheim, Oelinghausen und Dornum. Jury-Mitglied internationaler Wettbewerbe. 2025 erschienen im Label Arcantus zwei von der Kritik hochgelobte („Sternstunden aus dem Münster“ Musik &Theater) CDs an der Basler Münsterorgel mit der Sopranistin Gudrun Sidonie Otto:
DE PROFUNDIS (arc 25050): Werke von Bach, Reubke, Reger, Gubaidulina, Manneke, Nono, sowie NOSTALGIA: Brahms, Elf Choralvorspiele op. post. 122 und Dvořák, Biblische Lieder op. 99 (arc 25051).
www.basler-muensterkonzerte.ch