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Basler Münster | 6 Fakten, die Sie zum Kenner machen

1000 Jahre Basler Münster

Das Basler Wahrzeichen feiert Geburtstag! Mit dem roten Sandstein und den beiden schlanken Türmen ragt das bekannte Münster hoch über die Stadt. Das Münster ist das Gesicht von Basel – ist es doch auf fast jedem Bild der Stadt zu sehen. Was der Bau alles verborgen hält, erstaunt so manchen Besucher. Zum Beispiel die folgenden sechs Fakten.

 

Elefanten aus dem 12. Jahrhundert.

Sie sehen irgendwie merkwürdig aus. Ihre Ohren und Rüssel, die an Flossen erinnern, eine gewölbte Brust und fast schon menschlich wirkende Zähne. Und trotzdem imponieren die Elefantenskulpturen, die auf den Wandflächen am hinteren Teil des Basler Münsters thronen, so manche Besucherinnen und Besucher. Wie konnten die Bildhauer im 12. Jahrhundert ihre Gestalt erahnen? Inspiriert von Erzählungen und Musterbüchern, versuchten sie, diese naturgetreu nachzugestalten. Ihr mässiger Erfolg erfreut uns heute umso mehr.

Elefanten Münster Fakt

 

Was wäre das Basler Münster ohne seine Türme?

Nur wenige wissen, dass es früher fünf davon gab. Denn neben dem Georgsturm links und dem Martinsturm rechts gab es noch einen sogenannten Vierungsturm und zwei Chorflankentürme. Nach dem grossen Basler Erdbeben im Jahre 1356, wurden nur zwei der fünf Türme wiederaufgebaut.

Übrigens, der Schein trügt: Die vermeintlich gleich hohen Türme sind eine optische Täuschung. Der Georgsturm überragt mit 67,3 Metern den Martinsturm nämlich um knapp zwei Meter. Für die rund 250 Stufen hinauf werden Sie mit einem Panoramablick über ganz Basel belohnt.

 

Basler Münster Luftansischt

 

Die goldene Altartafel kehrt an den Ort ihrer Bestimmung zurück

Kaiser Heinrich II. schenkte dem Münster zur Weihe eine goldene Tafel – das Basler Antependium – die auf einem Eichenholzteilkern angebracht und nach dem Vorbild antiker Sarkophag-Reliefs in fünf Figurenfelder unterteilt ist. Wer dieses Prunkstück sehen will, muss normalerweise nach Paris reisen, dort ist sie seit 1852 im Musée de Cluny ausgestellt. Nun ja, wieso kam sie überhaupt nach Paris?

1833 wurde infolge der Kantonstrennung Basel-Stadt und Basel-Land der kostbare Münsterschatz aufgeteilt. Zwei Drittel erhielt das ärmere, aber grössere Baselland. Dieses musste die Schätze jedoch grösstenteils verkaufen. So kam die goldene Altartafel in Staatshände von Frankreich.

Anlässlich der Sonderausstellung Gold & Ruhm. Geschenke für die Ewigkeit findet die Altartafel nun zurück in ihre Heimat: Vom 11. Oktober 2019 bis 19. Januar 2020 ist sie im Kunstmuseum Basel zu sehen, eine kleine Sensation!

Gold und Ruhm

 

Erasmus von Rotterdam ruht hier

Der Theologe und Humanist Erasmus von Rotterdam fand in seinem Leben mehrmals den Weg nach Basel, wo er schliesslich 1536 etwa siebzigjährig starb. Obwohl er Katholik war, wurde er im protestantischen Münster bestattet, wo sein Grabmal im Nordseitenschiff besichtigt werden kann. Eine 25-zeilige lateinische Inschrift listet seine Verdienste. Die Gedenktafel wurde von den drei Basler Humanistenfreunden Bonifacius Amerbach, Hieronymus Froben und Nikolaus Bischoff in Auftrag gegeben.

Erasmus von Rotterdam war ein Wegbereiter der Reformation. Bis zu seinem Tod liess er hier seine Schriften drucken. Seine Ausgabe des Neuen Testaments in griechischer Ursprache erschien bei Johannes Froben als Erstdruck. Das Münster gilt deshalb bis heute nicht nur als Symbol für die geistliche Geschichte von Basel, sondern auch als Ausgangspunkt der geistigen Entwicklung der Stadt und als eine der Geburtsstätten des europäischen Humanismus.

Erasmus Grabmal Fakt

 

Pssst…!

Die Baslerinnen und Basler nennen ihn den «Flüsterbogen», den Rundbogen am Tor unter dem linken Georgsturm. Wenn Sie auf der einen Seite etwas hineinflüstern, hört Ihr Gegenüber auf der anderen Seite des Bogens jedes Wort deutlich. Grund dafür ist der sogenannte «Flüsterspiegel», der den Schall bündelt, und die Schallwellen so weitergibt. Besonders Kinder lieben dieses Phänomen.

Flüsterbogen Münster Fakt

 

Klappe halten!  

Im ganzen Innenraum des Münsters sind Teile des gotischen Chorgestühls verteilt. Das Gestühl wurde 1363 für die Domherren des Münsters erstellt und ist mit seinen 96 Plätzen bis heute eine der grössten Domgestühlsanlagen im deutschsprachigen Raum. Das wertvolle Gestühl ist mit Abbildungen von Menschen, Tieren, Mischwesen und Wappen geschmückt.

Was kaum jemand weiss: Der heute eher saloppe Ausruf «Klappe halten! » ist diesem Chorgestühl zu verdanken. Beim Hinsetzen mussten die Domherren nämlich die schwere Holzklappe festhalten, damit sie nicht nach unten knallte und somit einen Riesenlärm in der Kirche verursachte. So sagte jeweils der eine Domherr zum anderen: Halt die Klappe!

Chorgestühls
Gold und Ruhm - Geschenke für die Ewigkeit

11.10.2019 - 19.01.2020 | Kunstmuseum Basel | Neubau

Basler Münster
Basler Altstadt