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2 Tage Kunst in der Stadt

Wie eine Entdeckungstour zu den interessantesten Kunstwerken im öffentlichen Raum aussehen könnte, zeigen wir Ihnen hier. Denn herausragender Kunst begegnen Sie in Basel mehrfach: Pablo Picasso, Jonathan Borofsky oder Jean Tinguely sind nur einige der Namen von Künstlern, die das Stadtbild mit ihren Werken bereichern. Gespickt mit Urban Art Hotspots ist die Stadt ein Mekka für Kunstliebhaber. Viel Spass beim Kunstspaziergang!

Tinguely Brunnen

Tag 1

Starten Sie Ihren Rundgang am Theaterplatz, beim wohl prägendsten öffentlichen Kunstwerk der Stadt: Der Tinguely-Brunnen(1) – auch Fasnachts-Brunnen genannt – von Jean Tinguely. Neun wasserspeiende Figuren bieten ein lustiges Schauspiel. Das kommt nicht von ungefähr: An exakt dieser Stelle stand früher die Bühne des alten Stadttheaters. Der 1977 eingeweihte Tinguely-Brunnen ist eine Hommage an die Schauspieler und Tänzer, die einst genau hier auftraten. Die Brunnenfiguren bestehen aus Teilen des abgerissenen Theaters. Besonders schön ist der Tinguely-Brunnen übrigens im Winter, wenn sich imposante Eisskulpturen über den Figuren bilden.

Nur wenige Schritte weiter, direkt vor dem Eingang des Theater Basel befindet sich mit Richard Serra’s Intersection(2) bereits das nächste Kunstwerk. Die massiven Segel aus Stahl sind nicht zu übersehen. 1992 als temporäre Ausstellung geplant, machte es eine private Vergabe anschliessend der Öffentlichkeit zum Geschenk. Seither steht die Plastik auf dem Theaterplatz.

Intersection – Richard Serra

Direkt dahinter steht auch schon das nächste Werk: Die Grosse Mondleiter(3) des lokalen Künstlers René Küng. Gebogene Sprossen, wovon viele aus Ästen bestehen, zeichnen am Theaterdach vorbei einen Weg Richtung Himmel. Die linear grafisch wirkende Skulptur wurde 1980 auf dem Theaterplatz aufgestellt.

Mondleiter

Die öffentlich zugängliche Theaterkantine bietet übrigens eine täglich wechselnde Karte. Wie wäre es also mit einem Snack zwischen Balletttänzerinnen und kostümierten Schauspielern, die kurz eine Probepause einlegen?

Ihr Weg führt weiter zur Heuwaage. Die bunte Skulptur Lieu dit(4) des Basler Künstlers Michael Grossert wird Ihnen sofort auffallen. Eine Mischung aus Malerei und Bildhauerei, tektonischer und organischer Formen. 1976 war dies für Basel neu und provokant. Aber gleichzeitig steht die Skulptur auch für Freundschaft unter Künstlern. Als durch einen Vandalenakt kurz nach seiner Einweihung das Werk verwüstet wurde, bemalten Freunde den opulenten Körper ganz von Neuem.

Lieu Dit

Wenn Sie dahinter die Treppe hochgehen und an die grossflächige Wand des Gebäudes hinter Ihnen zurückschauen, sehen Sie das nächste Werk. Die Schweizer Streetart und Graffiiti-Künstlerin TIKA hat sich mit grossflächigen Malereien international einen Namen gemacht. In Basel prangt bei der Heuwaage ein riesiger bunter Hahn(5), genauer gesagt, ein Basilisk – das Wappentier von Basel.

TIKA

Spazieren Sie zurück zum Theater und biegen Sie links ab ins Theatergässlein in Richtung Birsig-Parkplatz. Eigentlich müsste man hier kopfüber an der Decke gehen – denn da befindet sich ein Fussgängerstreifen. Das Werk Luege-Lose-Laufe(6) von Marc Covo bereichert die kleine Passage seit 1993. Selbst die Plakate stehen hier Kopf!

Luege–lose–laufe

Gehen Sie durch die Steinenvorstadt zum Barfüsserplatz und die Treppe hoch zum Gymnasium Leonhard. Am Treppenabsatz zum Kohlenberg sitzt auf hohem Sockel der nackte Ritter Georg(7) auf seinem Pferd. Die elegante Bronzefigur von Carl Burckhardt wurde 1922 erschaffen und fällt mit der S-förmigen Silhouette schon von Weitem auf.

Ritter Georg

Über den Heuberg kommen Sie zum Teufelhof Basel, wo sich das Restaurant Atelier perfekt für ein Mittagessen anbietet. Der Teufelhof Basel inmitten der Altstadt ist ein regelrechtes Bijou für Kulturbegeisterte und Genussmenschen. Neben Gasthof und Hotel gibt es hier auch ein Atelier, ein Theater, eine Brauerei und einen imposanten Weinkeller.

Gestärkt geht es danach weiter zur Lyss und zwar zum eindrücklichen Werk von The London Police(8) das Sie direkt hinter dem Restaurant Harmonie an der Wand gemalt vorfinden. Mitten in der Basler Altstadt umgarnen hier lustige kleine Astronauten eine auf dem Rücken liegende Frau.

The London Police

Beim Kollegiengebäude der Universität Basel am Petersplatz steht die Skulptur Lehrer und Schüler(9) des Basler Bildhauers und Künstlers Alexander Zschokke. Sieerinnert anklassisch–antike Vorbilder und sakrale Plastiken des Mittelalters. Die überlebensgrosse Figur soll Disziplin, Wissenschaft und Würde ausdrücken. Werte, die die älteste Universität der Schweiz (gegründet 1460) noch heute verkörpert.

Lehrer und Schüler

An der Schifflände, links von der Mittleren Brücke, steht eine weitere Skulptur des Basler Bildhauers Carl Burckhardt, namens Amazone, Pferd führend(10). Sein letztes Werk vor seinem Tod.Wer nämlich genau hinschaut, der entdeckt noch Arbeitsspuren vom Gipsmodell, welches erst drei Jahre nach Burckhardts Tod (1926) in Bronze gegossen wurde. 

Amazone Pferd führend

Wenn Sie nun den Rheinsprung hochgehen, finden Sie auf der linken Seite an einer Wand ein weiteres Werk eines Basler Künstlers: Die Gänseliesel(11) von Samuel Buri scheint irgendwie unvollendet. Die Wandmalerei sieht aus wie eine schwarzweisse Bildvorlage, daneben die Utensilien des Malers auf einem Baugerüst. Die perfekte optische Täuschung.  

Die Gänseliesel

Überqueren Sie nun die Mittlere Brücke und schauen Sie sich an dessen Ende auf der linken Seite ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Basel an. Die Helvetia auf Reisen(12) von Bettina Eichin sitzt auf einem Mauervorsprung auf der Kleinbasler Seite des Rheins. Koffer und Schild hat sie neben sich abgesetzt und schaut scheinbar nachdenklich in die Ferne.

Helvetia auf Reisen

Wenn Sie jetzt noch nicht müde sind und noch mehr urbane Kunst entdecken wollen, empfehlen wir Ihnen einen längeren Fussmarsch am Kleinbasler Rheinufer entlang bis hin zum Hafen (20 Minuten). Dorf finden Sie die spannendsten Urban Art Hotspots der Stadt. Die Uferstrasse am Klybeckquai(13) ist vor allem im Sommer ein beliebter Treffpunkt und bis hin zum Dreiländereck gibt es unzählige Graffiti zu entdecken. Runden Sie den Tag mit einer Erfrischung an der Landestelle oder der Sandoase ab.

Uferstrasse

Tag 2

Im de Wette-Park startet der zweite Teil Ihres Kunstspaziergangs. Runde weisse Zäune(1) umgeben hier Wildwuchs und Bäume. Was als erstes nicht nach Kunst aussieht, ist das Werk des Baslers Erik Steinbrecher. Landler / Polka entstand 2008 im Rahmen der Neugestaltung des Parks.

Landler – Polka

Frühstück oder Kaffee gibt es übrigens im Zum Kuss. Das Cafe im ≪Totenhüsli≫ von Melchior Berri aus dem Jahr 1850, wurde von den Basler Architekten Christ & Gantenbein zur Bar ≪Zum Kuss≫ umgebaut.

Nähern Sie sich nun dem Aeschenplatz, sehen Sie schon von Weitem das wohl grösste und auffälligste aller Kunstwerke im öffentlichen Raum: Den Hammering Man(2) von Jonathan Borofsky. In Endlosschlaufe verrichtet die riesige Skulptur hier ihre Arbeit: Drei bis vier langsame Hammerschläge pro Minute leistet der schwarze Riese aus Aluminium und Stahl.

Hammering Man

Ganz in der Nähe befindet sich der Picassoplatz, was uns zu einer legendären Geschichte führt, die Sie verblüffen wird: Basel und Picasso verbindet nämlich eine besondere Kunstgeschichte aus dem Jahr 1967:

Der Kunstsammler Peter G. Staechelin ist in finanzieller Not. Er plant, zwei Gemälde von Picasso, die er dem Kunstmuseum Basel als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat, zu verkaufen. Da laufen die Basler Kunstfreunde Sturm. Mit dem Slogan «All you need is Pablo» gehen sie auf die Strasse, sammeln Spenden und bewegen schliesslich in einer Volksabstimmung die Stadt dazu, die beiden Gemälde für 8,4 Millionen Franken zu erwerben und für die Öffentlichkeit zu erhalten. Als Picasso dies vernimmt, ist er so beeindruckt, dass er dem Kunstmuseum gleich noch vier Werke schenkt. Er widmet sie der Basler Bevölkerung, die sich für seine Kunst eingesetzt hat. Bis heute beherbergt das Kunstmuseum Basel eine der bedeutendsten Picasso-Sammlungen Europas.

Hier also, auf dem Picassoplatz, steht die Skulptur L’homme aux bras écartés(4) – eine wettertaugliche Version des Originalwerks von Pablo Picasso.

L'Homme aux bras écartés

Zurück zur Gegenwart und modernen Strassenkunst: Ein Meister der Urban Art ist der Künstler mit dem Namen Invader. Seine Space Invaders(5) hängen an verschiedenen Mauern und Hauswänden Basels – insgesamt 24 sind in der ganzen Stadt verteilt. Einer dieser Space Invaders hat sich auch am Picassoplatz versteckt – wer genau hinschaut, entdeckt die kleine Computerspielfigur an der Fassade eines Geschäftsgebäudes.

Space Invaders

Wenn Sie nun weitergehen zum Kunstmuseum Basel | Hauptbau, finden Sie im Innenhof das hauseigene Bistro. Gönnen Sie sich hier eine Pause. Wo sonst können Sie umgeben von den Skulpturen "Bürger von Calais"(6) von Auguste Rodin und Alexander Calder zu Mittag essen?

Bürger von Calais

Weiter geht Ihr Kunstspaziergang in die Innenstadt, wo Sie am Tinguely-Brunnen vorbeigehen und über den Barfüsserplatz zum Gerbergässlein gelangen. Das Graffiti im Gerbergässlein(7) ist das wohl bekannteste Strassenkunstwerk der Basler Innenstadt: Das Werk ist eine Auftragsarbeit der gegenüberliegenden Rock-Bar L’Unique. Wenn Sie sich in die Bar setzen, finden Sie bei näherer Betrachtung bestimmt Ihren Lieblingsmusiker als Graffiti-Portrait.

Street Art – L'unique

Zur Bar hinaus rechts zurück durch das Gerbergässlein und dann die Treppe resp. den Leonhardsstaffelberg hoch kommen Sie hinauf zum Leonhardskirchplatz. Der Bildhauer Peter Moilliet hat hier dem Basler Denkmalpfleger und Kunstliebhaber Dr. Rudolf Riggenbach(8) sein eigenes Denkmal gesetzt. Mit offenem Mantel und rauchendem Stumpen zieht die Skulptur des Stadtoriginals alle Blicke auf sich.

Dr. Rudolph Riggenbach

Arion, Omar, Schwarzer Teufel, Silberpfeil(9) – diese klingenden Namen gehören Pferden aus der Weltliteratur. Sie sind in den Boden des nahegelegenen Rosshofs eingelassen, um an vergangene Zeiten zu erinnern. Ein Werk des Künstlers Hannes Vogel. Um dorthin zu gelangen gehen Sie am besten wieder dem Heuberg entlang bis zur Lyss und dann weiter via Spalenberg und Nadelberg bis in den Rosshof.

Arion, Omar, Schwarzer Teufel, Silberpfeil

Kennen Sie die Gegend noch von gestern? Wenige Schritte von hier haben Sie hier bereits das Werk von The London Police bestaunt. Hier empfehlen wir Ihnen nun ein Basler Abendessen in der Jugendstil-Brasserie Zur Harmonie. En Guete!